Die Geschichte von Ashakiran

Alles begann im Jahr 1992. Die Indo­lo­gin und Eth­no­lo­gin Dr. Cor­ne­lia Mal­leb­rein reis­te in die abge­le­ge­ne Regi­on der Kan­dhmal-Ber­ge von Oris­sa. Ziel war es, im Rah­men eines For­schungs­pro­jekts am Rau­ten­strauch-Joest-Muse­um in Köln, die reli­giö­sen Tra­di­tio­nen und das künst­le­ri­sche Schaf­fen der eth­ni­schen Grup­pe der Maliah-Kan­dh zu erfor­schen. Sie besuch­te weit abge­le­ge­ne Dör­fer, nahm an zahl­rei­chen Fest­lich­kei­ten teil, sprach mit den Men­schen vor Ort und lern­te dabei auch deren Pro­ble­me und Sor­gen ken­nen. Sie sah die erschre­cken­de Armut, die Not und die feh­len­de Chan­ce auf Bil­dung und Kran­ken­vor­sor­ge vor allem für Frau­en und Kin­der.

Cornelia Mallebrein im Gespräch mit Frauen der Maliah-Kandh (Foto: C.M.)

Cor­ne­lia Mal­leb­rein im Gespräch mit Frau­en der Maliah-Kan­dh (Foto: C.M.)

Zurück in Deutsch­land beschloss sie zu hel­fen. In ihrem Hei­mat­ort Hin­ter­zar­ten hat sich spon­tan der Müt­ter-Kind­kreis bereit erklärt, eine ers­te Paten­schaft zu über­neh­men. Mit 150,- DM fing alles an. Zügig nahm die Zahl der För­de­rer zu und damit auch die Anzahl der Pro­jek­te und der rea­li­sier­ten Vor­ha­ben.

Was 1992 als För­der­kreis begann, wur­de im Jahr 2012 zum gemein­nüt­zi­gen För­der­ver­ein Asha­ki­ran e.V. Nun steht Frau Mal­leb­rein ein tat­kräf­ti­ger Vor­stand zur Sei­te.

Seit die­ser Zeit reist Frau Mal­leb­rein jähr­lich in die­se Regi­on, um aktiv bei der Pro­jekt­ar­beit mit­zu­ar­bei­ten. Dabei wird sie von Mit­glie­dern des Ver­eins unter­stützt, die in den Pro­jek­ten vor Ort ehren­amt­lich mit­ar­bei­ten.

Initiatorin des Vereins: Dr. Cornelia Mallebrein

Mutter mit Kind, Bronze der Maliah-Kandh (Privatsammlung)

Mut­ter mit Kind, Bron­ze der Maliah-Kan­dh (Pri­vat­samm­lung)

Cor­ne­lia Mal­leb­rein stu­dier­te Indo­lo­gie, indi­sche Kunst­ge­schich­te und Eth­no­lo­gie in Mün­chen, Göt­tin­gen und Tübin­gen. 1994 pro­mo­vier­te sie in Tübin­gen. Seit die­ser Zeit hat sie sich im Rah­men meh­re­rer For­schungs­pro­jek­te  inten­siv mit den unbe­kann­ten reli­giö­sen und künst­le­ri­schen Tra­di­tio­nen Indi­ens beschäf­tigt. Auf zahl­rei­chen For­schungs­rei­sen konn­te sie die­se unter­su­chen und doku­men­tie­ren. Ihre For­schungs­er­geb­nis­se wur­den in meh­re­ren Büchern und Auf­sät­zen publi­ziert und in zahl­rei­chen Aus­stel­lun­gen im In-und Aus­land der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt.

 

 

 

Nähe­res zur wis­sen­schaft­li­chen Tätig­keit fin­den Sie auf der Home­page: www.mallebrein.com

Frau Mal­leb­rein ist seit 2003 ehren­amt­li­che 1. Vor­sit­zen­de der Deutsch-Indi­schen Gesell­schaft Boden­see e.V. www.dig-bodensee.com, mit der sie gemein­schaft­lich wei­te­re Pro­jek­te in Indi­en durch­führt.

Orissa – Schwerpunkt der Forschungstätigkeit

In ihrer letz­ten Buch­pu­bli­ka­ti­on von 2011 „Die ver­tausch­ten Göt­ter – Reli­gi­ons­wech­sel in Indi­en” behan­delt sie u.a. die Aus­schrei­tun­gen gegen Chris­ten in den Kan­dhmal-Ber­gen im August 2008, die Geschich­te der christ­li­chen Mis­si­on in Odi­sha und die dor­ti­ge tri­ba­le Kunst .
Nähe­res: Fly­er: Die ver­tausch­ten Göt­ter – Reli­gi­ons­wech­sel in Indi­en
Rezen­sio­nen: Asi­en­fo­rum

Infor­ma­tio­nen zur künst­le­ri­schen Tra­di­ti­on der Kan­dh und ande­rer eth­ni­scher Grup­pen in Odi­sha sind publi­ziert in:

  • 1992 Die ande­ren Göt­ter – Volks- und Stam­mes­bron­zen aus Indi­en, Hei­del­berg: Edi­ti­on Braus.
  • 1998 Darshan- Blick­kon­takt mit indi­schen Göt­tern, Ber­lin: Muse­um für Völ­ker­kun­de
  • 2008 The Divi­ne Play on Earth – Reli­gious Aes­the­tics and Ritu­al in Oris­sa, Hei­del­berg : Syn­chron Ver­lag. Nähe­res: Fly­er Divi­ne­Play Rezen­sio­nen: Südasien.Info 
  • 2012 Ele­fan­ten, Schau­keln­de Göt­ter und Tän­zer in Tran­ce. Bron­ze­kunst aus dem heu­ti­gen Indi­en. Zürich, Schei­deg­ger & Spieß. Nähe­res: scheidegger-spiess.com

Auszeichnungen

Verleihung des Rabindranath Tagore-Preises 2002. (Foto: Ashakiran)

Ver­lei­hung des Rabin­dra­nath Tago­re-Prei­ses 2002 (Foto: Asha­ki­ran)

Im Jahr 2002 erhielt sie den Rabin­dra­nath Tago­re Kul­tur­preis der Deutsch-Indi­schen Gesell­schaft e.V. in Wür­di­gung der beson­de­ren Ver­diens­te und Ver­mitt­lung von Geist und Leben Indi­ens. Lau­da­ti­on von Frau Dr. Icke-Schwal­be:
Lau­da­tio Frau Dr. Icke Schwal­be

 

 

Ashakiran_0022Im Jahr 2012 erhielt sie den Ver­dienst­or­den der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land am Ban­de (Bun­des­ver­dienst­kreuz) für Ver­diens­te für Enga­ge­ment im Bereich der deutsch-indi­schen Bezie­hun­gen und für ihre sozia­len Pro­jek­te in Indi­en.
Pres­se­mit­tei­lung:
Pres­se­mit­tei­lung Bun­des­ver­dienst­kreuz
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen der Stadt Kon­stanz